Jair Bolsonaro 🇧🇷

Brasilien 🇧🇷 ; Heute ist der Geburtstag des brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro, und die Leute schreien bereits zum wiederholten Male nach seinem Untergang.

Dabei geschehen die Proteste in Form eines „Panelaço“ (= Cacerolazo), eine Demonstration bei der Lärm mit Töpfen und Pfannen erzeugt wird. Diese sollen ausdrücken, dass „die Töpfe leer“ seien.

Die Protestform ist auf den Unmut der chilenischen Frauen der Mittelschicht zu Allendes Regierungszeiten zurückzuführen, in dem sie gegen die Lebensmittelknappheit und entsprechende Rationierung unter der sozialistischen Regierung protestierten.

Obwohl diese Form des Protests meist auf der Straße ausgeübt wird, ist es nicht unbedingt notwendig auf die Straße zu gehen. Das machen sich die BrasilianerInnen gerade zu Nutze und versuchen so Personen zu mobilisieren, die nie an einer klassischen Demonstration teilnehmen.

Sie stehen an ihren Fenstern, schlagen auf Töpfe und Pfannen und versuchen mit Schreien und Forderungen, die von Gebäude zu Gebäude widerhallen, ihren Präsidenten zum Rücktritt zu zwingen.

BeobachterInnen der Geschichte wissen, dass solche Proteste normalerweise für PräsidentInnen nicht gut ausgehen.

Die erste Protestwelle gegen Bolsonaro fand am 17. März statt, nachdem der Kongressabgeordnete Leandro Grass offiziell die Amtsenthebung von Bolsonaro beantragt hatte. Einen Tag später wurden sie während der Pressekonferenz der Bolsonaro-Regierung zu Covid-19 wieder aufgenommen.

Eine Reihe an Videos aus dem ganzen Land zeigen die Fenster-Proteste über Bolsonaros Extremismus, Inkompetenz und Irrationalität, bei dem sogar die reichsten und traditionell konservativsten Viertel des Landes zu den lautesten gehörten.

Brasilien erlebt gerade einen äußerst gefährlichen Moment. Unter der Gefahr einer Katastrophe im Bereich der öffentlichen Gesundheit besteht die Möglichkeit einer Wiederherstellung der Demokratie oder eines weiteren Abstiegs in den Autoritarismus.

Referenzen:

Wikipedia: Cacerolazo
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