Das erste Mal Brasilien

Brasilien 🇧🇷 / Österreich 🇦🇹; Das erste Mal überhaupt nach Brasilien bzw. São Paulo gekommen bin ich vor circa eineinhalb Jahren – allerdings lediglich für zwei Wochen.

São Paulo

Damals war es wie Urlaub und mir war noch nicht in vollem Ausmaß bewusst, worauf ich mich nicht nur (sozio)kulturell und sprachlich, sondern auch beziehungstechnisch einlasse!

Zwar habe ich vorher schon erfahren, dass es sehr wohl eine Rolle spielt, wenn zwei Menschen aus unterschiedlichen Kulturen eine Beziehung eingehen, aber wie weit diese Unterschiede reichen, war mir damals noch nicht bewusst. Habe ich davon im Freundeskreis gesprochen, bin ich auch dort größtenteils auf Unverständnis gestoßen.

“Ach was, im Grunde sind wir doch alle gleich” – sollte man meinen.

Fällt die Liebe in einen anderen Kulturkreis, gilt es nicht nur, zwei Fällt die Liebe in einen anderen Kulturkreis, lässt man sich nicht nur auf einen Menschen mit anderen Werten, Prägungen und Traditionen ein, sondern auch auf seine Lebenswelt – und umgekehrt.

Solche interkulturellen Beziehungen bedeuten eine besondere Herausforderung. Hier gilt es nicht nur, zwei verschiedene Lebensentwürfe und unterschiedliche kulturelle Prägungen unter einen Hut zu bringen, sondern vielleicht auch noch mit verschiedenen Muttersprachen klarzukommen.

Eins vorab, ein Einheitsrezept gibt es dafür nicht. Aber es gibt meiner Meinung nach eine Herangehensweise, die hilft: Nicht zu vergleichen.

Aber es gibt eine Herangehensweise, die hilft: Nicht zu vergleichen.

Meine ersten Monate in São Paulo ein Jahr später (Juli-September ‘19) Meine ersten Monate in São Paulo ein Jahr später, also von Juli bis September 2019, waren nämlich geprägt von dem Gedanken „Wie wäre das jetzt in Österreich?“

Ich habe automatisch alle Dinge und Gegebenheiten mit Österreich bzw. Europa verglichen. Diese Vergleiche brachten mir, außer Frustration und Heimweh, gar nichts.

Jetzt, wo ich wieder für ein paar Monate hier bin, habe ich beschlossen, Jetzt, wo ich wieder für ein paar Monate hier bin, habe ich beschlossen, mich auf keinen Vergleich einzulassen. Stattdessen suche ich mir etwas, das ich an Brasilien wirklich mag, interessant oder anders finde, und schreibe darüber. Das hilft mir nicht nur meinen Lebensgefährten besser zu verstehen, sondern auch Brasilien mit all den Vor- und Nachteilen zu schätzen.

“Bleibst du jetzt in São Paulo?” – Diese Frage bekomme ich häufig gestellt. Die Antwort darauf ist “Nein”.

Was mir persönlich wirklich fehlt ist nämlich die Sicherheit und die Freiheit. Einfach bei der Tür mit Kinderwagen & Co. raus zu spazieren, unbekannte Plätze zu erkunden, sich ins nächstgelegene Lokal auf einen Kakao zu setzen, eine Freundin zu besuchen und beispielsweise erst am Abend oder nach Mitternacht wiederzukommen, sind Dinge, die man sich hier ganz genau überlegen muss.

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